Damit hat sie sicher recht; in dieser Hinsicht ist die Situation
vergleichbar mit der in Afghanistan. Ach ja, um noch mal auf die UN
zurückzukommen: weder im Sudan noch in Afg. kontrolliert die
Zentralregierung das Land. Wie kommt es, dass sie dennoch Sitz in der
Vollversammlung hat? Könnte es sinnvoll sein, solche Länder
aufzuteilen, vielleicht entlang ethnischer und/oder religiöser
Grenzen?
Als Positivbeispiel kann die friedliche und letztendlich
einvernehmliche Trennung von Tschechen und Slowaken genannt werden
(auch wenn ich sie für einen Fehler halte). Aber die Beispiele, wo
eine solche Trennung friedlich ablief, sind leider sehr selten, das
Gegenteil weit häufiger: Südtirol, Schottland, Irland, Korsika,
Baskenland, Palästina usw.
Übrigens bedeutet Deine Idee auch: Bayern wird wieder unabhängiger
Freistaat und Franken wird unabhängig von Bayern. Auch die
Zwangsvereinigung von Baden und Würtemberg-Hohenzollern zu Baden
Würtemberg wird rückgängig gemacht, sie ist eh’ nur Aufgrund eines
Wahlbetrugs zustande gekommen.
Am Ende machen wir alle unseren eigenen Staat auf:
http://de.wikipedia.org/wiki/Kugelmugel
Der Herr Lipburger ist im Übrigen ein sehr freundliches
Staatsoberhaupt: Er bietet seinen Gästen Kaffee an und man kann sich
nett mit ihm unterhalten. An dem sollten sich andere
Staatsoberhäupter mal ein Beispiel nehmen.
Im Grunde hast Du nicht unrecht, daß Grenzen entlang der Zustimmung
zu ihnen und dem Zusammengehörigkeitsgefühl der in ihnen lebenden
Menschen gezogen werden sollten. Nur vergißt Du dabei, Daß das mit
dem Zusammengehörigkeitsgefühl so eine Sache ist: Es bildet sich
nämlich nicht im luftleeren Raum, sondern im bestehenden System. Nur
wenn Traditionen besonders stark sind, wie z.B. in Palästina oder
Irland, dann können exogene Faktoren manchmal zurückgedrängt werden.
Neugründungen sind gar noch schwieriger. Was nicht bedeutet, daß sie
nicht hin- und wieder vorkommen:
Tip: Der Suchbegriff “Mikronationen” bzw “micronations” fördert gar
manch Erstaunliches zu tage.
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